9 Gedanken zu „UFO189 Antenne Afrika

  1. Thomas

    Zum Thema Verschwörungstheorien kleine Podcast-Empfehlung: Alternativlos Folge 23

    „In der Sendung geht es um Verschwörungstheorien, insbesondere um solche, die sich später als wahr herausstellen. Wir nutzen die Gelegenheit für einige Beobachtungen zum Thema Major Consensus Narrative und was eigentlich Verschwörungstheorien von der Wahrheit unterscheidet.“

    https://alternativlos.org/23/

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  2. Björn

    Zum Thema Sprichwörter: „Wie man in den Wald hineinruft so schallt es heraus“ könnte auch bedeutet, dass man es viel schwächer zurückbekommt, da der Wald ja auch vieles vom Schall schluckt.

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  3. Ingo

    „Freunde der guten alte Kolonialzeit“

    Danke an Florentin, der wenigstens noch kurz zur Sprache gebracht hat, dass von den deutschen, sogenannten Schutztruppen ein Völkermord in Namibia verübt wurde an den Herero und Nama (https://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lkermord_an_den_Herero_und_Nama , Menschen wurden gezielt in die Wüste getrieben, damit sie dort verdursten)

    Wenn also Jannik freundlicherweise einen Beitrag sendet um die „eklatanten Wissenslücken“ von Florentin und Stefan aufzudecken, ist es ziemlich traurig und bedrückend, dass dieser jemand, der anscheinend in Namibia lebt, die Zeit der deutschen Herrschaft salopp als „gute alte Kolonialzeit“ verklärt! Das ist ignorant und verhöhnt die Opfer! Schade, dass so etwas in eurem Podcast auftaucht!

    Und wen es interessiert, welches Unheil die deutsche Präsenz in Afrika noch nach sich zog: Ausgehend von den durch die deutsche Kolonialmacht ausgestellten Identitätskarten wurden in Ruanda die vorher offenen Gesellschaftsschichten der Hutu und Tutsi weitestgehend willkürlich festgeschrieben und die beiden Gruppen, die bis dahin in Austausch standen, scharf voneinander getrennt. Über die Tutsi, die den deutschen aufgrund rassistischer Ableitungen überlegen vorkamen, wurde Macht ausgeübt, Hutu wurden absichtlich benachteiligt. Die nächste Kolonialmacht, die Belgier, übernahmen diese rassistische Trennung und Machtausübung, die den gegenseitigen Hass der beiden Gruppen schürte und schließlich im Genozid von 1994 der Hutu an den Tutsi gipfelte, als in rund drei Monaten ca. 1 Million Menschen ermordet wurden. Bei der Identifikation der Opfer half den Tätern übrigens die Angabe der Ethnie im Pass. (https://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lkermord_in_Ruanda)

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    1. Yannick

      Hallo hier ist *Yannick,
      momentan mache ich ein Praktikum in Namibia und bin verantwortlich für den Beitrag.

      Ich sehe die Rolle der hier immer noch hier lebenden Deutsch-Namibier sehr kritisch. Bei denen, mit denen ich bislang in Kontakt gekommen bin, herrscht meist ein rassistisches Menschenbild, es hat trotz mehrerer Generationen die im Land leben keine Integration stattgefunden und man bleibt lieber unter sich deutschstämmigen. Der Vermieter einer Freundin von mir hat sich sogar als Nachfahre der Schutztruppe vorgestellt und ist durchaus stolz darauf.
      Hier hat absolut kein kritische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit stattgefunden, was ich super schockierend und schlimm zu beobachten finde.

      Das alles in einen kleinen Beitrag zu packen hätte sowohl den Rahmen, als auch den Kontext des Podcast gesprengt.
      Stattdessen habe ich in einem sarkastischen Halbsatz darauf angespielt, dass es hier Überbleibsel der Kolonialzeit gibt, die ihr Dasein nicht kritisch hinterfragt haben.

      Es tut mir Leid, wenn du den Sarkasmus nicht rausgehört haben solltest, aber spätestens als der Herero zu Wort kam und die Verbrechen der deutschen angesprochen hat, hätte dir doch klar sein müssen, dass ich niemand bin, der die deutsche Kolonialzeit verherrlicht oder auch nur herunterspielt, oder?

      LG aus Namibia
      Yannick

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    2. Yannick

      Hallo Ingo hier ist *Yannick,

      ich mache grade ein Praktikum in Namibia und veranwortlich für diesen Beitrag.

      Ich bin um ehrlich zu sein erschrocken, wie die Namibia-Deutschen, die ich hier kennen gelernt habe drauf sind. Die meisten, die ich kennen gelernt habe, haben ein zutiefst rassistisches Weltbild, sind überhaupt nicht integriert (sondern hängen nur in ihren deutschen Communities ab) und es gab sogar einen, der mit stolz erzählt hat, dass er Nachfahre der Schutztruppe ist. Unter diesen Leuten hat keine kritische Auseinandersetzung mit der Kolonialzeit stattgefunden.

      Darüber bin ich sehr erschrocken und ich finde es schlimm zu beobachten wie viel wirtschaftliche Macht diese Leute hier noch haben.

      Diese Eindrücke allerdings alle in den Beitrag zu packen hätte sowohl den Rahmen gesprengt, als auch nicht in den Kontext des Podcasts gepasst. Deshalb habe ich mich nur zu diesem sarkastischen Satz hinreißen lassen, der zum Ausdruck bringen sollte, dass viele Kolonialzeitüberbleibsel ihr eigenes Dasein nicht hinterfragen. „Die gute alte Kolonialzeit“ ist also nicht meine Sichtweise, sondern die vieler hier lebender Deutscher.

      Es tut mir Leid, wenn du den Sarkasmus nicht hast heraushören können, aber ich hätte gedacht, dass der Rest des Beitrags deutlich macht, dass ich die Kolonialzeit weder verherrliche noch herunterspielen möchte.
      Vor allem, da ein Herero zu Wort kommt und etwas über die Verbrechen der deutschen erzählt.

      Aber ich hoffe das Missverständnis dann damit aus der Welt geräumt zu haben.

      LG Yannick

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      1. Ingo

        Hallo Yannick,

        Danke für deine Antwort! Erst einmal, tut mir leid, falls du dich von mir (unbegründet)angegriffen gefühlt hast, das war nicht das Ziel meines Kommentars, sorry!
        Ich konnte nur davon ausgehen, was ich im Beitrag gehört habe. Es stimmt, den Sarkasmus konnte ich nicht raushören – vielmehr klang das Gesagte genau nach der rassistischen und ignoranten Geisteshaltung, die du bei den Nachfahren der deutschen Besatzer völlig zurecht erschreckend findest!
        Du hast Recht, ein kurzer Beitrag zu einem anderen Thema (Sprach) kann in dem Format (Comedy-Podcast) natürlich keine komplette geschichtliche Einordnung leisten. Ein kurzer Satz von dir, in dem du den Völkermord einfach nur nennst, oder nur ein zwei Wörter (anstatt „gute alte Kolonialzeit“ –> „angeblich, achso gute..“), hätten aber einiges klarstellen können. Denn für den unbedarften Hörer, der weder die Kolonialgeschichte noch den damit zusammenhängenden Völkermord kennt, ist der Sarkasmus, m. M. nach nicht zu erkennen.
        Dass man durch das Zuwortkommen des Herero auf deine Haltung schließen soll, kann stimmen, ist mir aber (offensichtlich) nicht gelungen. Du hast Recht, das könnte eigentlich funktionieren, hat es aber nicht, weil: erstens auch jemand, der den Völkermord runterspielen möchte, das machen kann, er muss ja nicht zustimmen. (Zugegeben, das wäre nicht sonderlich kohärent und schlau). Ausserdem hab ich, mit Wissen um den Völkermord, nicht richtig heraushören können, was genau jetzt mit dem Witz auf sich hat..

        Nunja, so ist das eben mit Missverständnissen, aber dafür kann man ja miteinander reden! Mir ging es in erster Linie darum, klarzustellen, dass es nicht so einfach und harmlos ist (Namibia war mal Kolonie, super, deswegen reden da heute noch welche Deutsch), weil, wie du ja anscheinend selbst festgestellt hast, viele Leute die Geschichte entweder ignorieren, nicht kennen, oder sogar umdeuten. Es freut mich sehr, dass du offensichtlich doch mit einem bewussteren Blick die Dinge betrachtest, als ich es dir unterstellt habe und danke für den Beitrag!

        GaLiGrü aus Deutschland
        Ingo

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