UFO252 Herakles

Stefan Reich-Ratitzki und der Andere da finden klare Worte und starke Meinungen zu den Literaturneuerscheinungen dieser Woche. Achtung, es wird kontrovers!

Vielen Dank an Phil für das Intro!

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11 Gedanken zu „UFO252 Herakles

  1. Gregor

    Ahoi hoi,
    Ich wollte euch nur mal ein Kompliment machen, wie regelmäßig ihr für uns echt schönen Content abliefert.
    Das hilft einem echt gut durch diese Corona Zeit 🙂
    Kuss auf eure Augen!

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  2. Flo

    Extrablatt! Extrablatt! Das Random Format der random Zeitschrift Random begrub ganzen Zeitschriften Kiosk unter sich. ..

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  3. Gerrit

    Hallo Stefan und Florentin,

    ihr habt gerade über den Mandela-Effekt und Filme geredet. In der aktuellen Folge von Methodisch Inkorrekt #188 werden Beispiele für den Mandela-Effekt in Star Wars genannt: „Luke, ich bin dein Vater“ ist beispielsweise eine solche falsche Erinnerung – der Satz fällt so nie. Auch kann sich kaum jemand an das silberne Bein von C3PO erinnern – ja, das eine Bein ist silber und nicht golden (🤯).

    Liebe Grüße
    Gerrit

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  4. Philipp

    Habt ihr eigentlich schonmal drüber nachgedacht, zusätzlich zur Telegram-Gruppe einen Discord-Server aufzumachen? Ich wette, eure gamerverseuchte Community würde darauf aufspringen wie Florentin auf Mate.

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  5. Lennard

    Hi! Schreibe hier auch nur selten Kommentare, aber die aktuelle Folge mit dem literarischen Quartett war so genial, dass ich dies hier kurz als positives Feedback dalassen wollte. Gerne mehr davon!

    Hier noch mein Take auf den Klassiker von Günther Ronellenfitsch:

    Unsere beschissene Küste des Steins

    Die Gichtkronen schäumten unstet wie sie es immer taten, wenn Jönan sich morgens die letzten Bruchstücke seiner Alpträume aus den Augen rieb. Sein Blick schweifte verloren über verdreckte Teller und erkaltete Reste von dekoffeiniertem Kaffee, der in unpassend lustig bemalten Tontassen schwappte, die ihm seine Schwester wider besseren Geschmacks als Einzugsgeschenk überlassen hatte. Durchs Fenster strömte ein schimmliger Geruch, der nur durch die vom Meer mit Salz durchsetzte Brise erträglich gemacht wurde. Wie er diese beschissene Küste des Steins hasste. Es hatte eine Zeit gegeben, in der er sich selbst zu Größerem berufen gefühlt hatte, als auf dieser gottverdammten Landzunge einem Leben als verbitterter Einsiedler zu frönen, doch mit jedem Mal wenn die Flut ein weiteres Mal einige Meter vor der Einfahrt seines Hauses kehrtmachte, schien sie einen weiteren Teil dieses nie verwirklichten Lebens von ihm fortzuziehen. Verblassendes Grau auf geölt glänzendem Stein. Jönan seufzte ungehalten. Drei Möven zirkelten geiernd über den Überresten seines gestrigen Fanges, der mittlerweile schockgefrostet in den Tiefen seiner Vorratskammer verweilte, um an einem späteren, wohl nicht weniger tristen und von Gichtkronen gekrönten Tag wieder an die Oberfläche zu kommen. […]

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  6. Joshua

    Sehr geehrtes literarisches Quartett-Team!

    Hier nun eine kleine Leseprobe zu Arthur Jägels oskargekröntem Buch: „Ihr Elch des Wurms“

    Unser größter Fehler war, den Wurm zu unterschätzen. Myriaden an Jahren hatten wir den Wurm herabgewürdigt. Hatten ihn gequält, zur Schau gestellt, aufgespießt, um ihn als Teil einer tückischen Falle zu missbrauchen. So lange, bis der Begriff Wurm nur noch die Diskreditierung kleinwüchsiger, schwacher Wesen darstellte.

    Als der Wurm dann kam – größer und imposanter, als je zuvor – wussten wir alle, dass diese Sünden nicht ungestraft bleiben würden. Fälschlicherweise hatten wir all die Jahre angenommen, diese kleinen Wesen, die sich unbeholfen durch die Erde unter unseren Füßen bewegten, seien alle Individuen. Auf die Idee, dass sie lediglich die Ausläufer eines hunderte Meter dicken und viele Kilometer langen Geschöpfes sein könnten, welches tief unten in der Erde auf sein Erwachen wartete, sind wir nie gekommen.

    Die Herrschaft des Wurms war unerbittlich und nicht viele kamen mit dem Leben davon. Anfangs hatte das Militär noch versucht, ihn mit allen Mitteln zu bekämpfen, doch ihre Waffen richteten keinen Schaden an, und so brach Chaos aus und die Erde verwandelte sich in ein Moloch.

    Wir hatten uns in einer kleinen Hütte versammelt, wissend, dass es nicht lange dauern würde, bis der Wurm uns entdecken und als Köder auf seinem Angelhaken aufspießen würde. Einige waren bereit für den Kampf; die meisten hatten Angst. Alle, außer ihr. Sie sah in dem Wurm nichts Böses, nur eine Inkarnation dessen, was wir den kleinen, in unseren Augen minderwertigen Geschöpfen angetan hatten. Sie war bereit, hinaus zu gehen und Frieden zu schließen. Und so sahen wir ihr nach, wie sie – ohne jeden Schutz – auf das Ungeheuer zulief.

    Drei Tage und drei Nächte und drei Abende und drei Morgende verstrichen, bis sie erneut durch die zersplitterte Tür unseres Versteckes wankte. Sie war erschöpft – anscheinend hatte sie der Kampf mit dem Wurm all ihre Kräfte gekostet. Und so brach sie bereits nach ein paar Schritten zusammen und eine kleine Holzstatue in Form eines Elches glitt aus ihrer Hand.

    Wir haben nie die ganze Wahrheit erfahren über das, was an diesen Tagen wirklich geschehen ist. Sie erzählte uns, wie sie mit friedlichen Absichten auf den Wurm zugegangen war, doch dieser hatte sie nur angegriffen. Sie kämpfte und redete auf ihn ein, sprach von Frieden und davon, dass Wurm und Mensch Seite an Seite existieren könnten. Nach einiger Zeit hatten diese Worte bei dem Wurm etwas ausgelöst, und so ließ er sie gehen, denn er wollte über ihr Angebot nachsinnen. Und als Dankbarkeit für ihren Mut und ihre Weisheit schenkte er ihr jenen kleinen Elch aus Holz.

    Es dauerte lange, bis sie wieder zu Bewusstsein kam, und als sie sich wieder vollkommen erholt hatte, machte sie sich in regelmäßigen Abschnitten auf zu dem gigantischen Wurm, um mit ihm bei einer Tasse heißen Tee über Frieden und den Klimawandel zu sprechen. Der Wurm hörte langsam auf, die Menschen zu tyrannisieren und für eine kurze Zeit wirkte es, als könne Frieden auf Erden einkehren, doch natürlich kamen nach wenigen Tagen die ersten Männer und Frauen und schmissen Steine nach dem Wurm, beleidigten ihn oder versuchten, ihn mit kleinen Zahnstochern zu piksen. Und so kam sie also zu dem Schluss, dass es nur eine Lösung geben konnte.

    Ein letztes Mal machte sie sich auf den Weg zum Wurm, einerseits mit finstrer Miene, wissend von dem, was da kommen würde, andererseits froh, dass nun alles ein Ende hätte. Und das hatte es.

    Der Wurm und sie verschmolzen. Er nahm sie in sich auf. Beide verflossen zu einer einzigen, großen Entität, die gen Himmel emporstieg. Grellend helles Licht erstrahlte über die Oberfläche des Planeten und ließ sogar die Sonne wie das Teelicht eines längst vergangenen Wintertages wirken. Das Licht wurde heller, immer heller, der Kreis, der sich um sie geschlossen hatte, drehte sich immer schneller und dann – mit einem letzten lauten Furzgeräusch – verschwanden sie.

    Beide – sie und der Wurm – hatten sich geopfert für eine weit größere Sache. Hatten ihr Leben gegeben für den Frieden auf Erden. Und so war das einzige, was von ihr und von der Herrschaft des Wurms übrig blieb, eine kleine Holzstatue. Eine kleine Holzstatue, die die Gutmütigkeit des Wurms, die Weisheit des Menschen, und die Freundschaft zweier völlig unterschiedlicher Wesen symbolisierte. Und die Statue wurde als heilig angesehen. Denn es war ihr Elch.

    Ihr Elch des Wurms.

    Manche Kritiker sagen, das gesamte Buch sei lediglich das Ergebnis eines sehr großes Phallusminderwertigkeitskomplexes.
    Manche sagen auch, es sei eins zu eins von Thomas Mann kopiert.
    Ich kann dazu nur sagen:
    Und wenn schon! Wäre das denn wirklich ein so großes Kataströphchen?

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  7. Dolphino

    OMG! Ich weiß, ich bin zu spät dran mit dem Thema. Aber, daß braun keine eigene Farbe ist, ist auch mir bekannt. Und nun auch das noch: orange. Warum bezeichnet man Menschen rothaarig, wenn sie doch orangefarbene Haare haben?

    Weil es früher™ kein Wort für orange gab. Man nannte Dinge mit diesem Farbton rot, weil es dem Orange am nächsten kam. Ich frage mich, was gibt es eigentlich sonst noch bzw. nicht so richtig, nur weil wir ihm kein Wort zugeordnet haben? Megakrass…

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  8. Michael

    Holy Moly! Ich liebe dieses Bullshit-Format „Buchbesprechung“! 😀 Könnt ihr das nicht irgendwie auf RBTV oder wenigstens hier immer mal wieder machen? Danke 😀

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  9. xxluke

    Der Buchtitelgenerator ist großartig 😀 Habe dank euch jetzt auch etwas zu viel Zeit damit verbracht. Ein paar meiner Favoriten sind:
    Die uninteressanten Katzen am Anfang
    Verzweifelte Empfängnis mit Gras
    Wespen im Krankenhaus
    Schnarchende Schwierigkeiten am Vormittag
    und natürlich auch der praktische Reiseführer „Städte ohne Lagune“

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