UFO274 Sailor Vie

Ein zynischer Podcaster und sein Kompagnon müssen erst alles verlieren, um zu lernen, was ihnen wirklich wichtig ist. FSK6 – Romantik, Spannung, Komödie – 78 min.

Vielen Dank an Felix für das Intro!

Download

3 Gedanken zu „UFO274 Sailor Vie

  1. Niklas

    Ich möchte noch einen Kleinstdialekt beisteuern, falls das noch aktuell und von Interesse ist.

    Die Familie meiner Freundin aus Ostwestfalen-Lippe/Bielefeld benutzt das Verb „herum ölen“ (wie Öl) als generische Beschreibung, wenn jemand, besonders Kinder, irgendetwas machen. “

    „Sie hat in der Ecke herumgeölt, als ich den Saft geholt habe.“
    „Er war den ganzen Morgen am herumölen.“
    „Passt doch alles super, er kann hier unten rumölen während ich mich um den Aufbau kümmere.“

    Mir selbst gefällt dieses Wort nicht, da man sich außerhalb des Kontexts nicht erschließen kann, was es heißt oder woher dieser Begriff überhaupt kommt.

    Aus meiner eigenen Familie (Ruhrgebiet) kenne ich noch das Wort „Ölaugen“ als despektierliche Bezeichnung für Türken. Es gab sogar ein Gerichtsurteil, in dem verkündet wurde, dass dieses Wort nicht beledigend sei, da es nicht im Duden stünde und es dem Richter unbekannt sei. Klingt also wirklich nach Kleinstdialekt. Lustigerweise hat mein Opa das Wort auch teilweise als Verb benutzt („ölen“), ich kann mich aber nicht mehr erinnern wie er es genau verwendet hat. Es war aber definitiv nicht wie „herumölen“ oben und bezog sich auch nicht exklusiv auf das Verhalten besagter Türken.

    https://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Beschimpfung-Oelauge-ist-kein-Grund-fuer-Kuendigung

    Antworten
  2. Julia

    Liebes Pufo Team, ihr hattet medizinische Fragen, ich versuche zu antworten.

    Kurze Antwort? Für Mediziner schwierig. Es ist kompliziert. Natürlich. Und hängt von vielen Faktoren ab/ es ist kaum allgemein zu beantworten, wie/ wann/ was wieder angenäht werden kann und sollte, sondern vom konkreten Fall abhängig.

    Warum Eiswasser?
    Das Amputat sollte bei ca. 4° Celsius gelagert werden, um die „Ischämietoleranzzeit“ des Gewebes zu verlängern. Das Abgetrennte Körperteil wird ja nicht mehr (wie normal) mit Blut versorgt, bekommt also keinen frischen Sauerstoff, Stoffwechselprodukte können nicht mehr abtransportiert werden, das Gewebe stirbt ab (fachlich korrekter: es kommt zu Muskelnekrosen, der Säure-Base-Haushalt entgleist, Entwicklung lokaler metabolischer Azidose usw). Durch Kühlung wird dieser Prozess verlangsamt, außerdem wird das bakterielle Wachstum reduziert (deshalb kühlt man ja auch sein Steak, damit es nicht „verdirbt“).
    Keinesfalls dürfen die Temperaturen aber unter 0°C liegen, sonst kann es zu Gefrierschäden kommen, dann stirbt das Gewebe ab, weil es zu kalt ist und das Amputat kann auch nicht mehr verwendet werden. Nur Eis wäre also zu kalt.
    „Grundrezept“: 2/3 Wasser und 1/3 Eis. Die meisten RTWs in Deutschland haben aber spezielle Replantationsbeutel an Bord, deshalb erst mal Hilfe rufen, seid ihr als Ersthelfer alleine, gibt es genug zu tun, bevor ihr Tiefkühlerbsen suchen solltet.

    Als „Faustregel“ für Ersthelfer:
    Immer zuerst den Verletzten und den Amputationsstumpf versorgen, dann erst nach dem Amputat sehen.
    (Ist der Verletzte ansprechbar/ kreislaufstabil usw? Notruf absetzen!)

    Was mach ich mit dem Amputationsstumpf (blutendens Ende an der Person)?
    Ziehe (wenn erste Hilfe Material zur Hand ist) sterile Handschuhe an, Wunde mit sterilen Kompressen bedecken, mit elastischer Binde unter leichtem Zug verbinden, also ein Druckverband, den Stumpf nicht fest „abbinden“, sonst gibt es hypoxische Gewebeschäden und dann wird’s auch eher nix mit wieder annähen. Allerdings gilt natürlich „life before limb“, ist die Blutung lebensbedrohlich, ist die Stillung der Blutung vorrangig. Meist blutet es am Anfang tatsächlich weniger, als man aus Filmen erwartet: durch die Schocksituation wird Adrenalin ausgeschüttet. Das sorgt dafür, dass die Gefäßintima sich einrollt (Gefäßverengung) und es initial weniger stark blutet.
    Stumpf hoch lagern ist ebenfalls sinnvoll. (Hängt der Arm zB runter, wird er stärker durchblutet -> mehr Blutung)
    Folgendes ist noch wichtig: Amputationsstümpfe dürfen auf keinen Fall mit Desinfektionsmittel behandelt werden!Diese schädigen die Gefäßwand zusätzlich, nur steril Abdecken, das Säubern wird dann professionell in der Klinik durchgeführt.

    Jetzt zur Versorgung des Amputats: wickle Finger in trockene sterile Kompressen. Üblicherweise wird ein Amputat in feuchte, aber gut ausgedrückte Kompressen geschlagen. Schließlich sollen die Wundränder nicht austrocknen (Gewebe stirbt schneller ab) und der Verband soll nicht ankleben. Die Handchirurgen finden jedoch trockene Kompressen besser, denn durch zu viel Feuchtigkeit quellen die Venen und Arterien auf und das ist zur Anastomosierung (wieder Annähen) kleiner Gefäße kontraproduktiv. Das mit den zwei Beuteln und dem Eiswasser ist ja schon bekannt…

    Wird das jetzt wieder angenäht??
    Das kommt drauf an. Kann man es so wieder annähen, dass das Gewebe durchblutet werden kann? Kann man die Funktion erhalten? Die Chancen für eine Replantation hängt von Verschiedenem ab. Glatte Amputationsränder, wie bei einer Schnittverletzung, haben gute Voraussetzungen. Wenn die Kreissäge mit ihren Zähnen und Schränkungen Weichteile zerrissen und den Knochenrand zersplittert hat, ist es schon schwieriger. Ist davon eigentlich nur der Amputationsrand betroffen, hat man vielleicht noch Glück. Wesentlich ungünstiger sind quetsch- oder ausrissbedingte Amputationen. Die haben schlechte Chancen, da entscheidet man sich schon mal gegen die aufwendigen und kostspieligen Operationen.

    Prinzipiell sollte ein Ersthelfer jedes Amputat suchen und vom Notarzt mitnehmen lassen, denn der Ersthelfer kann ja nicht abschätzen ob die Amputationsverletzung eine Chance auf eine erfolgreiche Replantation hat. In der Klinik fällt zB bei einem Polytrauma dennoch auch manchmal die Entscheidung dagegen, wenn die zum Extremitätenerhalt notwendige OP zB der Stabilisierung des Patienten entgehen steht.

    Entschuldigung für den ausufernden Kommentar, ein letzter Absatz kommt noch: Geht mit Handverletzungen IMMER in eine Fachklinik für Hand-/Plastische Medizin, es ist ein hoch spezialisiertes Gebiet und nur hier habt ihr die Chance, dass euch die Finger wieder vernünftig angenäht werden. Im Feld-/Wald- und Wiesenkrankenhaus fehlt hier das nötige Know-how und Material (kleine Gefäße kann man nämlich mit Lupenbrillen schon auch operieren, es kommt also nicht unbedingt auf die Größe des Amputats an) Normal fährt der Sanitäter aber hoffentlich den RTW ans richtige Ziel.. Erfahrung/ Übung ist einfach auch beim Handwerk des Operierens extrem wichtig. In Ländern, in denen „Hand abhacken“ als Strafe bei Diebstahl noch praktiziert wird, gibt es übrigens die hoch spezialisiertesten Handchirurgen mit viel Erfahrung, die richtig gute Arbeit leisten und so manche Hand funktionell super wieder herstellen können.

    So, jetzt ist zusätzlich zu eurem e-Mail Postfach auch noch die Kommentar Seite voll, die offenen Fragen wurden aber hoffentlich geklärt.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.